Das Oratorium des Hl. Philipp Neri

Ein alter Oratorianer meinte einmal: "Wir sind nur eine Randbemerkung in der Geschichte der Kirche." Allerdings sei dazu gesagt das es sich um eine eigenartige Randbemerkung handelt, denn in den 400 Jahren die es Oratorianer gibt, gibt und gab es weder Gel�bte noch Versprechen, sind sie weder ein Orden noch sonst wo einzuordnen. Trotzdem gibt es Sie - soviel steht fest.
Es sind Weltpriester die dennoch ein intensives Gemeinschaftsleben f�hren. Die Regel nach der sie leben ist keine - sie ist vielmehr die Beschreibung des Familienlebens die der Hl. Philipp hinterlassen hat.

Der Hl. Philipp zog viele Menschen - Laien wie Priester - an sich. Bei diesen Versammlungen wurde �ber alles gesprochen und die Hl. Schrift gelesen und gebetet. Als die Zahl immer gr��er wurde, zog man auf den Speicher der Kirche San Girolamo um und dieser Ort oder besser die dortigen Aktivit�ten (beten, Musik, lesung und Gespr�ch) wurden dann bald Oratorium genannt - im zentrum stand die Hl. Schrift. Sp�ter zog man dann in die Chiesa Nuova, im Zentrum Roms um. Bestimmend blieb, gegen alle anderen Bestrebungen, die Forderung Philipps irgendwelche Regeln oder Eigenheiten nicht zuzulassen. Kardinal John Henry Newman, der viele Jahre sp�ter (19. Jht.) das Oratorium nach England holte sagte von Philipp: "Er lie� keine �u�eren Formen oder Gebr�uche zu, die als Eigenart des Oratoriums gelten sollten, au�er der gegenseitigen Liebe und harter Arbeit."

Obwohl der hl. Philipp das Oratorium urspr�nglich nicht von Rom aus verbreiten wollte, z�ndete sich das Feuer der ersten Gr�ndung bald vielerorts. Im 17. jahrhundert enstanden Gr�ndungen in Italien, Spanien, Portugal, Mexiko und S�damerika. Viele gingen als Folge der franz�sischen Revolution und des intalienischen Risorgimento zugrunde. Eine neue Bl�tezeit des Oratoriums ist Kardinal Newman zu verdanken und durch ihn gelangte es schlie�lich auch in den deutschen Sprachraum.

Die Berufung zum Oratorium:

Die altre Regel sagt dazu: Wer zum oratorium komme m�sse sozusagen daf�r geboren sein (quasi-natus) und an dieser Regel sto�en sich seit Jahrhunderten die K�pfe - jedenfalls ist es beides die Liebe zu Philipp und zu den Menschen. Das Noviziat dauert drei Jahre und dient zur Pr�fung ob man mit dieser Gemeinschaft seinen Dienst tun kann. Ronald Knox sagt mit englischem Charme: "Ein Sohn des hl. Philipp, d.h. nicht mit einem Apparat von Pflichten und Verboten belastet zu sein, sondern das hei�t ein gefangener der Liebe zu sein, angekettet an dein haus, an deine Kirche, vor allem an deinen Beichtstuhl in st�ndiger Bereitschaft, Menschen f�r Christus zu gewinnen. Die Gemeinschaft ist nicht ein n�tzlicher Zweck sondern ein letztes Ziel und Bestimmung. Daher: ob jemand ein rechter Oratorianer war wei� man erst an seinem Lebensende.

Ziel und Zweck des Oratoriums - Statuten:

Das Oratorium ist eine weltpriestervereinigung, deren oberster Zweck die Verherrlichung der Hl. Dreifaltigkeit durch ein Leben innigster Vereinigung mit Christus ist

Das Oratorium will auf diesem Wege des Strebens nach Vereinigug mit Christus der Seelsorgarbeit, deren Fruchtbarkeit vom Grad der Vereinigung mit Gott abh�ngt, den Erfolg sichern

Neben den Aufgaben, die dem Oratorium mit dem Di�zesanklerus gemeinsam sind, verfolgt es als besondere Aufgabe die Weckung von Priesterberufen und die Arbeit an der Heiligung des Priesterstandes

Das Oratorium will den nach Vollkommenheit strebenden Seelen in der Welt den Weg zur Heiligkeit aufzeigen